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Zitat / Weisheit

Ein Millimeter in die richtige Richtung ist mehr wert als drei Meter in die falsche. (Ruth Cohn)

Hektors Welt

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Freitag, 3. August 2018 (3,5 Std.)

Brand – Kanzeljoch (Kanzelköpfe)

Tourabbruch und Zwangsübernachtung beim Lünersee


Kurzinfo
Ausgangspunkt: Brand, Bergstation Lünerseebahn/Douglasshütte (ca. 1.980 m)
Gehzeiten: Douglasshütte – Lünerseealpe ca. 30 Min., Lünerseealpe – Abbruch kurz vor Kanzeljoch ca. 1 Std.
Rückweg: Kanzeljoch – Lünerseealpe ca. 1 Std., Lünerseealpe – Douglasshütte ca. 30 Min., Douglasshütte – Abbruch im Bösen Tritt ca. 15 Min., Böser Tritt – Douglasshütte ca. 20 Min.
Distanz: ca. 10 km
Höchster Punkt: Kurz vor Kanzeljoch, ca. 2.300 m
Höhenunterschied: ca. 700 m
Einkehrmöglichkeiten: Douglasshütte

Die Kanzelköpfe wurden uns schon öfter als schöne Tour empfohlen. Heute wollen wir uns selbst ein Bild davon machen und planen nach der Arbeit spontan noch eine schnelle Tour dorthin. :-)

Start am Nachmittag in Brand

Aufgrund der Zeitknappheit nehmen wir diesmal ausnahmsweise die Seilbahn hoch zum Lünersee (knapp 9 Euro). Von der Douglasshütte aus starten wir sofort entlang der Staumauer in Richtung Lünerseealpe, die wir nach rund 30 Min. erreichen.

Von dort müssen wir uns selbst einen passenden Weg suchen, denn die Strecke ist weder ausgeschildert noch finden sich Spuren von früheren Wanderern. Die Wiesen bis zum riesigen Kar hoch sind zwar steil aber völlig problemlos. Danach folgen wir einigen angedeuteten Spuren am Fuße der rechten Felswände und mühen uns Richtung Kanzeljoch hoch. Nachträglich betrachtet war dies wohl die schwierigste und komplizierteste aller möglichen Routen. ;-)

Tourabbruch wegen Unwetter

Kurz vor dem Kanzeljoch spüren wir erste Tropfen, obwohl es direkt über uns noch relativ gut aussieht – ein schlechtes Zeichen! Da wir hier auch keinen Handyempfang haben, um das Wetter zu checken, brechen wir sofort ab und kehren um – eine kluge Entscheidung, wie sich bald herausstellen wird. Nun steigen wir in der Mitte des Kars ab, wo es zwar recht steil und durch den feinkörnigen Schotter teils etwas rutschig ist, aber dennoch leichter und viel schneller als unsere Aufstiegsvariante.

Hagel, Blitz und Donner

Kaum sind wir aus dem Kar heraus, beginnt es schon kräftig zu regnen und ab der Lünerseealpe gießt es in Strömen bei Blitz und Donner. Doch es kommt noch schlimmer: beim Rückweg entlang des Lünersees beginnt es auch zu Hageln und es stürmt, wie wir es bisher nur selten erlebt haben. Wir erreichen die Douglasshütte von Kopf bis zu den Zehen völlig durchnässt – trotz Regenjacke! :-)

Abgeschnitten von der Zivilisation

Da wir sowieso schon komplett nass sind, versuchen wir irgendwann noch den Abstieg über den Bösen Tritt, der sich jedoch als nicht passierbar erweist. An der felsigen, drahtseilgesicherten Schlüsselstelle, wo sonst nur ein Bächlein dahintröpfelt rauscht nun ein mächtiger Wasserfall hinunter. Zudem sehen wir, dass die Straße unterhalb der Talstation von Muren verschüttet wurde. Die Feuerwehr ist bereits vor Ort und auch ein Polizeihubschrauber begutachtet später den Schaden von oben.

Übernachtung in der Douglasshütte

Zurück bei der Douglasshütte sagt uns die Hüttenwirtin, dass sie inzwischen die Anweisung erhalten hat, niemanden ins Tal zu lassen. Zu Recht (wie wir selbst sahen), denn alle möglichen Wege hinunter sind aufgrund der enormen Regenmengen durch Sturzbäche versperrt. Unglaublich, wie schnell man in eine Notfallsituation geraten kann! Wir haben mit der Douglasshütte noch ein Riesenglück gehabt, dass wir die Nacht nicht im Freien verbringen mussten. Die Hüttenwirtin ist supernett und teilt uns ein 4er-Zimmer zu. Auch ein Abendessen bekommen wir noch zu recht später Stunde. :-)

Böser Tritt am Samstag wieder passierbar

Am nächsten Morgen ist der ganze Spuk schon wieder vorbei – schöner könnte das Wetter nicht sein. Leider sind unsere Bergschuhe noch immer durch und durch nass (trotz Trockenraum!), so bleibt uns nur mehr der Abstieg zurück ins Tal – aber wir kommen morgen wieder und holen die Tour nach! :-D

Weitere Infos zur Douglasshütte (Großer Dank nochmals an die Hüttenwirtin und das nette Personal!)
Hier die Info des ORF.


Fotos:

In Brand haben wir schon sehr viele Wanderungen gemacht.

Morgen versuchen wir die Tour erneut. :-)