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Freitag, 17. Juni 2022 (3,5 Std.)

Brand – Nördlicher Schafgafall

Anspruchsvoller Rundweg im Rätikon


Kurzinfo
Ausgangspunkt: Talstation Lünerseebahn (ca.1.570 m)
Gehzeiten: Talstation → Lünersee knapp 40 Min., Lünersee → Saulajoch ca. 45 Min., Saulajoch → Nördl. Schafgafall knapp 1 Std.
Rückweg: Nördl. Schafgafall → Lünersee ca. 45 Min., Lünersee → Talstation ca. 20 Min.
Distanz: ca. 9,5 km
Höchster Punkt: Nördlicher Schafgafall, 2.393 m
Höhenunterschied: gut 950 m
Einkehrmöglichkeiten: Douglass-Hütte
Hinweis: Für den nicht markierten, recht steilen Aufstieg von Norden her sind Trittsicherheit, Orientierungssinn und Kraxelerfahrung notwendig. Als Abstiegsroute nicht empfehlenswert.

Wir nutzen den heutigen Fenstertag, um eine schon länger geplante Tour zu versuchen. Wir wollen auf den kleineren Schafgafall hoch, und zwar als Überschreitung von Nord nach Süd.

Talstation Lünerseebahn

Wir steigen zuerst flott über den „Böser Tritt“-Steig zum Lünersee hoch. Danach wandern wir weiter bis zum Saulajoch. Von hier aus wirkt der Nördliche Schafgafall zwar steil, aber nicht unbedingt schwer. Der AV-Führer beschreibt den Aufstieg interessanterweise auch nur als (schottrige) Wanderung. Wir mussten im oberen Teil jedoch mehrfach kraxeln.

Ohne Wegmarkierungen ab dem Saulajoch

Vom Saulajoch steigen wir zuerst den weglosen Hang südwestlich hoch bis zur Bergkante. Dort sind dann deutliche Wegspuren erkennbar und Steinmännchen weisen den weiteren Weg.

Je höher wir steigen, desto felsiger wird es und umso hilfreicher sind die Steinmännchen für uns. Im oberen Teil gibt es auch etliche Kraxelstellen (I), bevor uns ein schottriger Pfad zum Gipfel bringt.

Nördlicher Schafgafall

Oben angekommen, zeigt sich ein völlig anderes Landschaftsbild: sanfte grüne Hänge ziehen südlich hinunter und der Berg zeigt sich von seiner zahmen Seite. In wenigen Schritten sind wir bei einem Steinhaufen mit überdimensioniertem Edelweiß, das den höchsten Punkt markiert.

Südlicher Abstieg

Wir steigen Richtung Südlicher Schafgafall ab, umwandern den bekannteren der beiden Schafgafall-Gipfel jedoch links unterhalb. (Laut AV-Buch könnte man auch direkt zum südlichen Gipfel hochsteigen.)

Bald treffen wir wieder auf den regulären Wanderweg, dem wir hinunter zum Lünersee folgen. Über den „Bösen Tritt“ geht es dann wie üblich flott „downhillhopsend“ zurück zum Ausgangspunkt. ;-)

Eine recht abwechslungsreiche aber im Nordanstieg anspruchsvolle Tour, die gute Kraxelerfahrung und Orientierungssinn erfordert. Weniger geübte, aber trittsichere Wanderer können den Gipfel kletterfrei erwandern, indem sie den vorgestellten Rückweg für den Auf- und Abstieg wählen. 


Fotos:

Panorama-Bilder:

Buchtipp:
Rätikon – Alpenvereinsführer
Rudolf Mayerhofer, Bergverlag Rother, ISBN 978-3-7633-1098-2

Der Südliche Schafgafall wird wesentlich häufiger bestiegen. Roßberg, Kirchlispitzen, Kanzelköpfe, Schesaplana, Seekopf und Saulakopf haben wir auch schon bestiegen.

DHH, 17.06.2022 • FrühlingWanderungen schwer